Tach zusammen! Fünfzehn Jahre. So lange hat Mike Ness uns warten lassen. Und dazwischen lag auch noch eine Krebsdiagnose – Mandelkrebs 2023 –, die dem Ganzen nochmal eine ganz andere Dimension gegeben hat. Dass jetzt überhaupt ein neues Social-Distortion-Album existiert, ist schon für sich genommen eine gute Nachricht.
Born to Kill heißt das gute Stück, erschienen am 8. Mai über Epitaph Records, und ich hab’s mir natürlich reingezogen.
Wer jetzt erwartet, dass die Jungs aus Orange County mit 11 Songs den rotzigen Punkrock ihrer frühen Jahre wieder rauskramen – der wird überrascht sein. Nicht unbedingt unangenehm, aber überrascht. Denn Born to Kill ist ein solides, gut produziertes Rockalbum. Massentauglich, gefällig, unaufgeregt. Eher Classic Rock mit Punk-DNA als umgekehrt. Die Gitarren sitzen, die Melodien gehen rein, Ness klingt nach dem allem tatsächlich noch richtig gut – aber den Schmutz von früher sucht man vergebens.
Das Titelstück ballert noch am wildesten los – mit Referenzen an Lou Reed und Iggy Pop, die man gerne mitnimmt. Aber danach pendelt sich das Album schnell auf einem angenehm-entspannten Rockpegel ein, der sich prima nebenbei hören lässt. „Crazy Dreamer“ hat sogar Country-Blues-Vibes, Lucinda Williams singt mit, und das Ganze klingt fast ein bisschen nach einem warmen Sommerabend auf der Veranda. Nicht schlimm – aber halt weit weg von Mommy’s Little Monster.
Kurz gesagt: Gut hörbar, kein Fehler, aber auch kein Aufreger. Wer Social Distortion mag, wird das Album mögen. Wer auf Rotz hofft, schaut in die Röhre. Für ein Comeback nach 15 Jahren und einer Krebserkrankung darf man das allerdings auch einfach mal als das nehmen, was es ist: ein ehrlicher Beweis, dass die Band noch da ist.
Und das zählt.
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