Punkrock Raduno Bergamo

Punkrock Raduno Bergamo: Freier Eintritt, große Gefühle

Zum zweiten Mal war ich jetzt beim Punkrock Raduno in Bergamo, und ich kann direkt vorwegnehmen: Das ist mit Abstand das entspannteste Festival, auf dem ich je war.

Wie alles anfing

Letztes Jahr über Ostern hat es mich rein zufällig zum ersten Mal nach Bergamo verschlagen, und die Stadt hat mir auf Anhieb gefallen. Als mir dann die Kollegen von italienischen Turbojugenden erzählten, dass das Festival dort auf jeden Fall eine Reise wert wäre, bin ich im Juli spontan hingefahren. Hat mir so gut gefallen, dass ich dieses Jahr direkt wieder da war. Steht jetzt fest im Kalender: Mitte Juli, jedes Jahr, Bergamo.

Freier Eintritt – und trotzdem großes Programm

Das Raduno läuft von Donnerstag bis Sonntag, und das Beste zuerst: Eintritt frei. Finanziert wird das Ganze komplett über Sponsoren und den Bierverkauf, und das scheint mehr als genug zu sein, um auch hochkarätige Bands aus dem Ausland einzuladen. Die Kingons zum Beispiel, eine völlig durchgeknallte Punkband aus Japan, habe ich jetzt schon zweimal dort gesehen. Wobei „Band“ fast untertrieben ist – das ist eher eine komplette Performance als einfach nur Musik.

Daneben spielen jede Menge Nachwuchsbands. Auf dem Hauptgelände, dem Edone, das im Prinzip wie ein Jugendzentrum funktioniert, gibt’s zwei Bühnen, die sich ab dem späten Nachmittag abwechseln.

Bier für 5,50 Euro und Pizza, die man in Deutschland vergeblich sucht

Im hinteren Bereich stehen Bierzeltgarnituren, an denen man sich gemütlich niederlassen kann. Jeder Tisch hat einen eigenen QR-Code, über den man Essen und Getränke bestellt – und die Lieferung geht erstaunlich fix. Die Pizza ist besser als alles, was ich hier in Deutschland kriege, und das für ein Festival. Ein großes Bier kostet 5,50 Euro, klar, Heineken, aber für ein Gratis-Festival ist das mehr als fair. Da kann man wirklich gut die Zeit verbringen.

Übernachten, ankommen, wieder wegkommen

In Bergamo gibt’s genug kleine Hotels, aber auch reichlich Airbnbs. Letztes Jahr war ich im Hotel, dieses Mal zu viert im Airbnb – hat auch gut funktioniert. Zum Edone kommt man gut mit der örtlichen Tram, vom Bahnhof sind es dann noch zehn Minuten zu Fuß. Für den Rückweg würde ich eher ein Taxi empfehlen, zu Fuß ist man doch eine Weile unterwegs, weil das Gelände etwas außerhalb liegt.

Tagsüber gibt’s zusätzlich kleinere Konzerte in diversen Kneipen und Locations quer durch die Stadt. Dieses Jahr fuhr sogar ein Bus zwischen den Spielstätten hin und her, damit man problemlos von Location zu Location kommt. Eine wirklich schöne Ergänzung zum Hauptprogramm.

Fazit

Wer noch nie in Bergamo war, hat mit dem Raduno die perfekte Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen – dazu habe ich an anderer Stelle schon mehr geschrieben. Das Punkrock Raduno kann ich jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Nächstes Jahr im Juli bin ich wieder dabei.

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