Manchmal passiert einfach mal was Richtiges. Am 30. August haben sich auf dem Hollywood Forever Cemetery in L.A. ein paar Leute zusammengetan, um den Ramones ordentlich zu huldigen – aus Anlass des 50. Geburtstags ihres im April 1976 erschienenen, selbstbetitelten Debütalbums. Und was für eine Truppe das war.
Die Band nennt sich Cretin Family, benannt nach einem Ramones-Song von 1977, „Cretin Hop“, und besteht aus Billie Joe Armstrong (Green Day), Tim Armstrong (Rancid), Travis Barker (blink-182) und CJ Ramone – dem Bassisten, der die Ramones von 1989 bis 1996 mit am Laufen gehalten hat. Gehostet wurde der Abend übrigens von John Travolta, was für sich genommen schon eine gute Anekdote für die nächste Punk-Party ist.
Das Line-up allein macht schon Laune, aber es kamen noch mehr Gäste dazu: Billy Idol, The Linda Lindas und Comedian Fred Armisen gaben sich ebenfalls die Ehre. Fred Armisen sang bei „Danny Says“ mit, die Linda Lindas bei „California Sun“ und „I Wanna Be Sedated“ – da wird aus einem Tribute-Gig fix ein kleines Punk-Familientreffen.
Und genau darum geht’s ja bei den Ramones: keine Genre-Grenzen, keine falsche Ehrfurcht, sondern einfach eine gute Zeit mit drei Akkorden. Die beiden Armstrongs haben auf der Bühne sichtlich Spaß miteinander, CJ Ramone winkt Richtung erste Reihe, Travis Barker wirkt regelrecht aufgeregt – kein abgehobenes Stadion-Gehabe, sondern ein Haufen Musiker, die einfach nur ihre Helden feiern wollen.
Die Setlist liest sich entsprechend wie eine Best-of-Liste: „Durango 95“, „Rockaway Beach“, „Cretin Hop“ und „Gimme Gimme Shock Treatment“ – dazu Deep Cuts wie „The Crusher“ von Dee Dee Ramones Soloprojekt Dee Dee King, gesungen von CJ selbst. Genau die Mischung aus Hits und Nischenwissen, die zeigt: Da stand keine Cover-Band, sondern echte Fans auf der Bühne.
Und jetzt mal ganz ehrlich: Für mich sind die Ramones bis heute eine der besten Punk-Bands überhaupt. Keine ewigen Soli, kein Rumgeschraube – einfach Vollgas nach vorn, zwei Minuten, nächster Song. Genau dieses Prinzip, das nach 50 Jahren immer noch so gut funktioniert, war bei diesem Gig eins zu eins zu spüren.
Hey Ho, Let’s Go – und auf die nächsten 50.


