Tach zusammen! Manchmal passiert’s einfach so: Der Instagram-Algorithmus spült dir was in den Feed, du schaust kurz hin – und plötzlich steckst du mittendrin in einer Bandkaninchenhöhle. Bei mir war das in letzter Zeit Blond aus Chemnitz. Schon seit ein paar Jahren aktiv, aber irgendwie erst jetzt auf meinem Radar aufgetaucht. Mein Versäumnis, wie sich herausstellt.

Wer steckt dahinter?

Blond ist ein Trio mit einer ziemlich interessanten Familiengeschichte: Die Zwillingsschwestern Lotta und Nina Kummer – die Schwestern von Felix und Till Kummer von Kraftklub – bilden zusammen mit Multi-Instrumentalist Johann Bonitz das Herzstück der Band. Bonitz spielt gefühlt alles, und das obwohl er blind ist. Ehrlich gesagt: Das allein ist schon faszinierend genug, um mal genauer hinzuhören.

Genre? Gute Frage.

Jetzt wird’s kompliziert, denn Blond lässt sich schlecht einordnen. Mal klingt es nach Synthie-Pop, dann wieder nach rotzigem Rock, und bevor man sich’s versieht, ist man irgendwo ganz woanders. Das ist nicht unbedingt ein Nachteil – eher das Gegenteil. Die Texte sind politisch, bisweilen sehr direkt, aber immer mit einer gehörigen Portion Witz dabei. Kurzweilig ist das Ganze auf jeden Fall.

Den endgültigen Beweis, dass hier mehr als Durchschnitt am Werk ist, hat mir ein Video geliefert: Blond hat zusammen mit dem Sinfonieorchester Chemnitz gespielt, und das war ein ziemlich fettes Brett. Hochkarätige Gäste, die volle Bandbreite des Sounds – wer das noch nicht gesehen hat, sollte das nachholen.

Fazit

Wenn ihr Bock habt auf neue deutsche Musik abseits der ausgetretenen Pfade – rotzig, politisch, schwer schubladisierbar und dabei verdammt nochmal unterhaltsam –, dann ist Blond genau das Richtige. Klare Empfehlung.

Link zur offiziellen Website

Fotocredit: Pressematerial bei deren Booker

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