Ladies First: Wenn die Welt sich einmal umdreht
Rollentausch mit Ansage
Sacha Baron Cohen als gefallener Ladykiller in einer Welt, in der Frauen das Sagen haben – klingt nach einer Steilvorlage, und genau die nutzt „Ladies First“ auch. Diese Ladies First Kritik fällt kurz aus, aber sie fällt eindeutig aus: sehenswert.
Die Schauspielerinnen tragen den Film
Was hier wirklich zündet, sind die Frauen im Cast. Wie sie typisch männliche Attitüden persiflieren – dieses breitbeinige Selbstbewusstsein, die herablassenden Blicke, das beiläufige Dominanzgehabe – ist großartig gespielt und trägt den ganzen Film. Man erkennt Muster, die man aus dem echten Leben kennt, nur eben gespiegelt und überzeichnet. Genau darin liegt der Witz.
Details, die hängen bleiben
Auch das Setdesign macht seinen Job hervorragend. Auf den ersten Blick wirkt alles normal, fast beiläufig – bis man die Schilder liest. Auf einer Einkaufsstraße prangt ein Laden namens „Louise Vuitton“, und solche Kleinigkeiten sind es, die diese komplett andere Welt glaubwürdig machen. Kein plumpes Ausrufezeichen, sondern liebevoll versteckte Pointen für alle, die genau hinschauen.
Kein Fingerzeig, sondern ein Faustschlag
Und genau das ist die Haltung des ganzen Films: Hier wird nicht der Finger in die Wunde gelegt, sondern die Faust rein geschmettert. „Ladies First“ traut sich, deutlich zu werden, statt nur vorsichtig anzudeuten – und das tut der Satire gut.
Der Haken: Es geht zu schnell zu Ende
Einziger echter Kritikpunkt: Das Ende kommt reichlich prompt. Es fühlt sich an, als hätte der Film plötzlich fertig werden müssen, statt sein Tempo bis zum Schluss zu halten. Schade, denn bis dahin hatte die Geschichte genug Raum, sich zu entfalten.
Fazit
Trotzdem: Auf jeden Fall sehenswert. „Ladies First“ ist kein perfekter Film, aber einer mit Haltung, starken Schauspielerinnen und einem Blick fürs Detail, der sich lohnt.


