Ich liebe Spaziergänge. Ernsthaft. Nicht als Notlösung, wenn alle anderen Pläne scheitern – sondern als bewusste, fast schon meditative Entscheidung, einfach rauszugehen und die Welt um mich herum wahrzunehmen. Spaziergänge sind für mich die perfekte Balance zwischen Bewegung und Entspannung, zwischen Aktivität und absoluter Freiheit.

Keine Ausrüstung, keine Ausreden
Das Schöne am Spazierengehen? Man braucht praktisch nichts. Die eigenen Füße reichen völlig aus. Kein Fitnessstudio-Abo, keine teure Laufausrüstung, keine Mitgliedschaft in irgendeinem Verein. Einfach raus. Klar, bei Regen hilft eine gute Jacke, und im Winter sollten die Schuhe halbwegs wasserdicht sein – aber mehr braucht es wirklich nicht. Diese Einfachheit macht Spaziergänge so verdammt zugänglich. Es gibt keine Hürden, keine komplizierten Vorbereitungen. Man öffnet die Tür – und los geht’s.
Bewegung ohne Stress
Ich mag, dass Spaziergänge nicht in Sport ausarten müssen. Es ist Bewegung, ja – aber ohne Leistungsdruck. Niemand stoppt die Zeit, niemand zählt verbrannte Kalorien, und es gibt keinen persönlichen Rekord, den man brechen müsste. Man geht einfach. In seinem eigenen Tempo. Mal schneller, mal langsamer, mal mit Pausen auf einer Bank. Das ist heilsam, gerade in einer Zeit, in der gefühlt alles optimiert, gemessen und bewertet werden muss. Ein Spaziergang fragt nicht nach Effizienz – er ist einfach da, entspannt und ohne Erwartungen.
Kopfhörer rein – oder einfach lauschen
Spaziergänge lassen Raum für alles. Ich kann mir Musik reinziehen, einen Podcast hören, endlich das Hörbuch weiterhören, das seit Wochen auf meiner Liste steht. Oder ich lasse den Kopf einfach frei und lausche der Stadt oder der Natur. Dem Rauschen der Blätter, dem entfernten Verkehr, Vogelgezwitscher oder dem gleichmäßigen Knirschen meiner Schuhe auf Kies. Und manchmal den Gesängen des Schwerlasverkehrs auf der A3. Alles hat seinen Reiz. Manchmal brauche ich Input, manchmal Stille. Der Spaziergang passt sich an – er ist das flexibelste aller Hobbys.
Alleine oder zusammen – beides funktioniert
Man kann alleine losgehen, den Kopf frei kriegen, über Dinge nachdenken oder einfach im Moment sein. Oder man schnappt sich jemanden und schlendert zusammen durch die Gegend. Gespräche beim Spazieren haben etwas Besonderes – lockerer, offener, irgendwie ehrlicher. Vielleicht liegt es daran, dass man Seite an Seite geht und nicht direkt gegenüber sitzt. Es nimmt den Druck raus. Man redet, man schweigt, man schaut gemeinsam auf die Umgebung. Keine Ablenkung durch Handys oder Fernseher – nur das Gehen und das Gespräch.
Die kleinen Veränderungen bemerken
Was ich besonders mag: Wenn man regelmäßig dieselbe Strecke geht, fallen einem selbst kleinste Veränderungen auf. Der Baum, der plötzlich Blüten trägt. Die Pfütze, die nach dem Regen da ist. Das verfärbte Laub, das langsam den Boden bedeckt. Man erlebt den Wandel der Jahreszeiten viel intensiver als durch ein Autofenster oder vom Schreibtisch aus. Es ist, als würde man die Welt in Zeitlupe erleben – aufmerksamer, bewusster, näher dran. Und das ist irgendwie beruhigend. Man spürt, dass die Zeit vergeht, aber auf eine gute Art.
Meine Lieblingsstrecken in Duisburg
Hier in Duisburg habe ich ein paar Routen, die ich immer wieder gerne gehe. Direkt vor der Haustür liegt der Stadtwald mit dem Wildschweingehege – perfekt für eine schnelle Runde zwischendurch. Dann natürlich der Rhein, an dem man einfach endlos entlanglaufen kann. Und die Halden rund um Duisburg bieten nicht nur tolle Aussichten, sondern auch eine herrlich eigenartige Mischung aus Industrie und Natur. Man ist mitten im Ruhrgebiet, aber trotzdem irgendwie in der Wildnis. Stadtnah und gleichzeitig weit weg vom Trubel – genau mein Ding.

Einfach mal rausgehen
Am Ende ist es simpel: Spaziergänge machen gute Laune. Sie erden, sie entspannen, sie inspirieren. Man muss nicht weit fahren, nicht viel planen, nicht in Hochleistung verfallen. Man geht einfach los. Und genau das macht sie für mich zur besten Entscheidung, die man an einem beliebigen Tag treffen kann.
Also, Jacke an – und raus mit euch.


