The Ritual – Schaurige Wanderung durch Schwedens Wälder
Wer auf Netflix nach einem soliden Horrorfilm sucht und keine Lust auf das ewig gleiche Teenager-Slasher-Schema hat, könnte mit „The Ritual“ fündig werden. Der Film nimmt uns mit in die raue, wunderschöne Landschaft des schwedischen Sarek Nationalparks – und genau diese Kulisse ist eine der großen Stärken des Films. Die weiten Wälder, nebligen Täler und die scheinbar unberührte Natur sorgen von Anfang an für eine beklemmende und bedrohliche Atmosphäre, die den Zuschauer förmlich einhüllt.
Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Freunden, die auf einer Wanderung in der Wildnis mit alten Schuldgefühlen und noch älteren, dunklen Geheimnissen konfrontiert wird. Besonders angenehm: Es handelt sich nicht um eine Truppe halbstarker Teenager, sondern um erwachsene Männer, die glaubwürdig und nachvollziehbar agieren. Die Dynamik in der Gruppe wirkt authentisch, auch wenn keiner der Schauspieler mir vorher wirklich bekannt war – sie machen ihre Sache aber durchweg solide.
„The Ritual“ lebt von seiner dichten Stimmung. Die Bedrohung bleibt lange vage und die Angst schleicht sich langsam, aber stetig ein. Die Natur wird zum eigenen, unberechenbaren Charakter, der alles umgibt. Der Film verzichtet auf allzu plumpe Schockmomente und setzt mehr auf das Unheimliche, das zwischen den Bäumen lauert. Das macht ihn zu einem spannenden Erlebnis für einen gruseligen Filmabend auf dem Sofa.
Am Ende bleiben einige Fragen offen – das passt aber zur geheimnisvollen Grundstimmung des Films. Wer Antworten auf alles will, könnte sich vielleicht daran stören, doch gerade das Ungewisse verleiht „The Ritual“ seinen Reiz. Insgesamt ein sehenswerter Horrorfilm, der besonders durch Atmosphäre und Setting punktet.


