Manchmal hilft nur eins: sich irgendwo einschließen und in Ruhe nachdenken. Das habe ich im Juni schon mal gemacht, als ich mich für ein Grübeln-und-Gönnen-Wochenende ins 25hours Hotel nach Düsseldorf zurückgezogen habe. Damals ging es um diverse persönliche Themen. Diesmal ging es ums Business.

Zweieinhalb Tage habe ich mich ins Mercure Tagungs- & Landhotel Krefeld verzogen. Das liegt quasi mitten auf dem Land, direkt an einem Golfplatz, am Ortsrand von Krefeld in Traar. Einem Ortsteil, der im Lexikon als Symbolbild unter „Da ist der Hund begraben“ stehen könnte. Hier ist nämlich nichts los.

Und genau das war der Plan.

Warum nicht einfach zu Hause?

Weil zu Hause immer irgendwas ist. Kühlschrank. Fernseher. Gitarren. Und abends kann man ja doch noch mal eben in die Kneipe. Hier nicht. Nicht weit weg von zu Hause, aber weit genug, um nicht abgelenkt zu werden.

Also: gestern ein halber Tag, heute ein ganzer, morgen noch mal ein halber. Ein Thema: Selbstständigkeit.

Was dabei rumgekommen ist

Eine ganze Menge, ehrlich gesagt:

Website komplett aktualisiert. Vorher natürlich recherchiert, was gerade passt und wie man das am besten macht.
LinkedIn-Profil komplett überarbeitet. Gleiches Prinzip.
Taskmanagement, Workflows, Akquise, Mailverwaltung – in sehr detaillierter Kleinarbeit mit Claude durchgegangen. Haarklein, Stück für Stück.

Morgen früh laufen die ersten automatisierten Tasks. Die schauen wir uns dann gleich an, ob alles so funktioniert hat wie gedacht. Danach noch ein komplettes Recap: Was steht jetzt alles auf der Agenda?

Denn seien wir mal ehrlich: Viel arbeiten möchte ich ja eigentlich nicht. Wenn es schon dieses ganze KI- und Automatisierungszeug gibt, dann muss mir das ja auch helfen, noch fauler zu sein.

Nein, im Ernst: Es hat richtig gut funktioniert.

Kleine Abzüge in der B-Note

Zwei Dinge gab es dann doch.

Die Hotelbar war gestern Abend proppevoll und laut. Ich war zwar nicht zum Biertrinken hier, aber eine Viertelstunde hinsetzen wäre schon nett gewesen. Ging halt nicht.

Und dann das Auto. Mein frisch abgeholtes E-Auto durfte nicht in die Tiefgarage. Begründung: Irgendwo, in irgendeiner Hoteltiefgarage, hat mal ein E-Auto gebrannt. Seitdem sind E-Autos hier unten verboten. Klar, die haben Hausrecht. Verstehen tue ich es trotzdem nicht – das ist schon ziemlich panischer Aktionismus und ein bisschen lächerlich. Bevor ich meine Google-Rezension schreibe, ticker ich auf jeden Fall noch mal den Hoteldirektor an. Mal sehen, was er dazu sagt.

Unterm Strich

So ein Offsite, wie man auf Business-Deutsch sagt, lohnt sich. Wieder mal. Kein Glamour, keine Ablenkung, nur ein Thema und viel Zeit dafür. Mehr braucht es manchmal nicht.